Warum eine Belohnung schädlich für die Motivation sein kann

Motivation und Belohnungen

Motivation und BelohnungenEgal ob es ums Abnehmen, Lernen oder Aufräumen geht, fast immer raten einem schlaue Menschen oder Bücher, dass man sich durch eine Belohnung einen Anreiz für die ungeliebte Aufgabe schaffen soll. Das Konzept der Belohnung hat seinen Ursprung im Behaviorismus: hat ein bestimmtes Verhalten ein angenehmes Ereignis zur Folge, z.B. ein Lob oder eine Belohnung, so wird dieses Verhalten mental mit dem positiven Reiz verknüpft und zukünftig häufiger eingesetzt. Soweit die Theorie.

Die Zeiten des Behaviorismus sind nun schon eine Weile her und inzwischen haben sich neue Theorien der Motivation entwickelt. Unter anderem unterscheidet man heute zwischen der intrinsischen und der extrinsischen Motivation:

  • Die Intrinsische Motivation ist die innere Motivation jedes Menschen: manche Aufgaben führen wird gerne aus, weil sie uns Spaß machen, wir den Sinn erkennen, daran Interesse haben oder eine Herausforderung meistern wollen.
  • Die Extrinsische Motivation wird durch äußere Reize hervorgerufen: durch Geld, Anerkennung oder auch Angst vor negativen Konsequenzen (schlechten Noten) können wir „von außen“ zu einer Aufgabe motiviert werden, zu der wir nicht zwangsläufig selbst motiviert sind.

Es leuchtet natürlich sofort ein, dass die intrinsische Motivation die stärkere und erstrebenswertere Form der Motivation ist: wer von einer Aufgabe überzeugt ist und diese einfach gern macht, der braucht keine äußeren Anreize um sie zu erledigen.

Problematisch kann es allerdings werden, wenn sich intrinsische und extrinsische Motivation überschneiden. Im Idealfall sieht eine Überscheidung so aus: ein Angestellter macht seine Arbeit gern und betrachtet sie als sinnvoll (intrinsische Motivation). Gleichzeitig empfindet er das Gehalt für seine Arbeit als angememessen und ausreichend für seinen Lebensunterhalt (extrinsische Motivation). An dieser Stelle führt seine Firma allerdings ein Bonussystem ein, das die persönliche Leistung der Angestellten stärker belohnen soll. Der Angestellte hat nun die Möglichkeit, durch das Erreichen bestimmter Geschäftsziele wesentlich mehr Geld zu verdienen als vorher. Klingt gut, oder?

Was geschieht nun: der Angestellte möchte sich diesen Bonus natürlich nicht entgehen lassen und wird fortan vorwiegend daran arbeiten, die vorgegebenen Geschäftsziele zu erreichen. Aufgaben, die keinem Geschäftsziel dienen und damit kein Bestandteil des Bonussystems sind, wird er fortan stärker als negative, da nicht explizit belohnte Arbeit empfinden. Die ursprünglich vorhandene, intrinsische Motivation des Mitarbeiters – der Spaß an der Sache – wird durch die extrinsische Motivation verdrängt. Diesen Vorgang nennt man Motivation Crowding bzw. Motivationsverdrängung.

Was können wir daraus an Erkenntnissen mitnehmen?

  • Bei eintönigen Arbeiten, die man selbst nicht als sinnvoll empfindet oder ungern erledigt, steigt die Motivation mit einer externen Belohnung an.
  • Bei selbstmotivierten Arbeiten, die man als sinnvoll empfindet und gern macht, steigt die Motivation durch Belohnugnen ab einer gewissen Grenze nicht mehr weiter an und kann sogar die innere Motivation verdrängen.

Das Ziel bei der Motivation zum Abnehmen, zum Sport, zum Lernen etc. sollte also nicht darin bestehen, sich mit einer möglichst hohen Belohnung zu animieren, ein bestimmtest Ziel zu erreichen. Vielmehr sollte man versuchen, die intrinsische Motivation zu stärken, indem man sich den Sinn seines Zieles wieder bewusst macht. Warum möchte ich abnehmen? Warum möchte ich Sport machen? Wem das bewusst ist, der braucht keine Belohnung, weil er den Sinn der Aufgabe erkennt und diese als Bestandteil eines erstrebenswerten Ziels betrachtet.

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Wir von Selbstmotivation.info möchten euch ein paar Tipps & Tricks an die Hand geben, die euer tägliches Leben einfacher machen. Ob Motivation zum Lernen, zum Sport oder zum Abnehmen - mit der passenden Strategie und der richtigen Einstellung kann man seine Ziele stets erreichen.


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